February 11, 2026

Taxdoo Alternative: End-to-End oder Full Service VAT?

Dana Börnke
Senior Marketing Managerin
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Taxdoo Alternative: End-to-End oder Full Service VAT?

Die Einstellung des Umsatzsteuerservice von Taxdoo zum 30. April 2026 ist für viele E-Commerce-Händler ein Einschnitt. Wer sich jetzt mit einer Alternative beschäftigt, merkt schnell: Es geht nicht nur um die „beste“ Software.

Die entscheidende Frage lautet: Welches Modell passt zu deinem Geschäft?

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze:

  • vollständig automatisierte End-to-End-Lösungen
  • Full-Service-Modelle mit steuerlicher Begleitung

Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, wie komplex dein Setup wirklich ist.

Der automatisierte Ansatz: End-to-End VAT-Lösungen

End-to-End-Anbieter setzen auf maximale technische Automatisierung.

Die Software greift über Schnittstellen auf deine Transaktionsdaten zu, berechnet die Umsatzsteuer nach festen Regeln und übermittelt die Meldungen automatisch an die Behörden

Typische Vorteile dieses Modells:

  • Schnelles Onboarding
  • Klare, softwarebasierte Prozesse
  • Geringere monatliche Kosten
  • Wenig Abstimmungsaufwand im Alltag

Dieser Ansatz funktioniert besonders gut, wenn dein Setup überschaubar ist, zum Beispiel wenn:

  • du ausschließlich im B2C-Bereich verkaufst
  • dein Geschäft standardisiert aufgebaut ist
  • du nur in wenigen EU-Ländern aktiv bist
  • du steuerliche Rückfragen selbst klären kannst oder willst

In solchen Szenarien kann eine End-to-End-Lösung sehr effizient sein. Die Software übernimmt die Berechnungen, und du behältst die volle Kontrolle über dein Setup.  

Wo automatisierte Lösungen an ihre Grenzen stoßen

Automatisierte Systeme funktionieren am besten, wenn alles standardisiert abläuft.

Die Realität im E-Commerce ist aber oft komplexer.

Typische Beispiele:

  • Retouren und Gutschriften
  • Unterschiedliche Steuersätze je Produkt
  • B2B- und B2C-Verkäufe parallel
  • Lager in mehreren EU-Ländern
  • Innergemeinschaftliche Umlagerungen

In solchen Fällen reicht eine rein technische Logik nicht immer aus.

⚖️

End-to-End vs. Full Service im direkten Vergleich

End-to-End Lösung
  • Vollständig automatisierte Meldungen
  • Schnelles Onboarding
  • Geringere monatliche Kosten
  • Ideal für einfache B2C-Setups
  • Rückfragen klärst du selbst
Full Service Lösung
  • Automatisierung + Steuerexperten
  • Kommunikation mit Finanzämtern
  • Haftung für Meldungen
  • Geeignet für komplexe Setups
  • Weniger manueller Aufwand

Szenario 1: Das Finanzamt stellt Rückfragen

Ein ausländisches Finanzamt fordert zusätzliche Informationen oder zweifelt an einer Meldung. Die Anfrage kommt in der Landessprache und mit konkreten Fristen.

Bei einer End-to-End-Lösung:

  • Die Anfrage landet direkt bei dir
  • Du musst verstehen, was gefordert wird
  • Du entscheidest selbst, wie du reagierst

Ohne steuerliches Know-how kann das schnell aufwendig oder riskant werden.  

Szenario 2: Dein Setup hat Sonderfälle

Du verkaufst an Endkunden und Geschäftskunden.

Du nutzt mehrere Lager in der EU.

Oder du hast komplexe Retourenprozesse.

Automatisierte Systeme arbeiten mit standardisierten Regeln.

Sie prüfen nicht individuell, ob deine spezielle Situation eine andere steuerliche Behandlung erfordert.

Das Ergebnis können Meldungen sein, die technisch korrekt aussehen, steuerlich aber nicht optimal sind.  

Der begleitete Ansatz: Full-Service VAT-Compliance

Full-Service-Anbieter kombinieren Automatisierung mit steuerlicher Fachkompetenz.

Deine Daten werden nicht nur verarbeitet, sondern auch inhaltlich geprüft.

Wenn ein Finanzamt Rückfragen stellt, übernimmt der Anbieter die Kommunikation in der jeweiligen Landessprache und bereitet alles verständlich für dich auf.  

Dieser Ansatz ist besonders sinnvoll, wenn:

  • du B2B- und B2C-Verkäufe kombinierst
  • du Lager in mehreren EU-Ländern nutzt
  • du in vielen Ländern aktiv bist
  • du rechtliche Sicherheit möchtest

Die Kosten sind in der Regel höher als bei reinen Softwarelösungen.

Dafür übernimmt der Anbieter oft auch die Haftung für die steuerliche Korrektheit der Meldungen.  

Welche Lösung passt zu deinem Setup?

Eine End-to-End-Lösung kann gut funktionieren, wenn:

  • du ausschließlich B2C verkaufst
  • dein Setup einfach und standardisiert ist
  • du in maximal 3–4 EU-Ländern aktiv bist
  • du bisher keine Rückfragen von Finanzämtern hattest
  • du im Problemfall externe Hilfe einplanst

Ein Full-Service-Ansatz ist sinnvoller, wenn:

  • du schon einmal Rückfragen vom Finanzamt hattest
  • dein Setup Sonderfälle enthält
  • du in mehr als fünf EU-Ländern verkaufst
  • du rechtliche Sicherheit und Haftung willst
  • du dich auf dein Kerngeschäft konzentrieren möchtest  

Den Wechsel rechtzeitig planen

Ein Wechsel der VAT-Compliance-Lösung sollte frühzeitig geplant werden.

Wichtige Punkte:

  • Der Wechsel dauert in der Regel 2–4 Wochen  
  • Bestehende Registrierungen bleiben erhalten  
  • Dein Verkauf läuft ohne Unterbrechung weiter  
  • Die Kommunikation mit Finanzämtern wird übernommen  

Je früher du startest, desto entspannter verläuft der Umstieg.

Fazit: End-to-End ist effizient – solange dein Setup einfach bleibt

End-to-End-Lösungen sind für viele Händler ein sinnvoller, effizienter Ansatz.

Sie bieten klare Prozesse, schnelle Implementierung und geringere Kosten.

Sobald dein Geschäft jedoch komplexer wird, kann eine rein technische Lösung an ihre Grenzen stoßen. In diesen Fällen lohnt sich ein Modell mit steuerlicher Begleitung.

Die richtige Entscheidung hängt also weniger vom Anbieter ab – sondern davon, wie dein Setup wirklich aussieht.

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Dana Börnke

Senior Marketing Managerin

Über die Autorin: Dana Börnke bringt über fünf Jahre Erfahrung im digitalen B2B-Marketing mit – unter anderem in den Bereichen E-Commerce, Umsatzsteuer-Kommunikation, Content-Strategie und Social Media.
Seit 2024 verantwortet sie bei countX als Senior Marketing Managerin den gesamten Auftritt im DACH-Raum – von SEO und Blog bis zu Kampagnen, Events und Lead-Nurturing

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