1. Welche Alternativen gibt es zu Taxdoo?
Welche Lösung am besten zu dir passt, hängt stark von deinem Händler-Setup ab. Grundsätzlich gibt es vier Wege – jeder mit eigenen Vorteilen und Grenzen.
1. Spezialisierte VAT-Anbieter
Das ist die naheliegendste Option, wenn du einen echten Ersatz für Taxdoo suchst. Diese Anbieter konzentrieren sich komplett auf Umsatzsteuer für E-Commerce. Sie binden Amazon, eBay, Shopify und die bekannten Warenwirtschaftssysteme direkt an. Die Unterschiede liegen in der Ausrichtung. Manche sind besonders stark in Verbindung mit JTL, andere funktionieren besser für reine Amazon-FBA-Setups. Einige bieten persönlichen Support, andere setzen auf Self-Service. Es lohnt sich, genau auf Schnittstellen, Automatisierung und Reaktionszeiten zu achten.
Ideal für: Amazon FBA, Multi-Channel, JTL, Shopify
2. Internationale VAT-Dienstleister
Hier geht es um größere Unternehmen, die VAT, Accounting und Compliance kombiniert anbieten. Das kann spannend sein, wenn du komplexe Strukturen oder mehrere Märkte abdecken musst. Das Setup ist allerdings oft klassischer. Mehr Beratung, weniger technische Automatisierung. Auch der Support ist nicht überall deutschsprachig, was bei Rückfragen manchmal mühsam wird.
Ideal für: komplexe Händler, viele Länder, Accounting + Compliance kombiniert
3. Steuerberater (mit Auslandsbezug)
Einige Kanzleien bieten internationale Meldungen an. Der Haken liegt meist in der fehlenden technischen Integration. Du lieferst Daten häufig manuell an, was bei vielen Transaktionen schnell anstrengend wird. Dazu kommt, dass du bei Rückfragen der ausländischen Finanzbehörden oft zwischen den Stühlen sitzt, weil Steuerberater in der Regel nicht für jedes Land Vollmachten haben.
Ideal für: einfache Händler-Setups, wenige Länder, begrenzte Transaktionen
4. Selbst melden
Das geht theoretisch. Praktisch macht es nur Sinn, wenn du in ein oder zwei Ländern aktiv bist und ein überschaubares Transaktionsvolumen hast. Alles darüber wird schnell zum eigenen Job. Außerdem trägst du das komplette Risiko, wenn etwas falsch gemeldet wird.
Ideal für: 1–2 Länder, sehr wenig Transaktionen
2. Was sollte eine gute Taxdoo Alternative wirklich können?
Bevor du dich für einen Anbieter entscheidest, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck. Viele Lösungen wirken auf den ersten Blick ähnlich, aber im Alltag zeigen sich riesige Unterschiede. Achte deshalb auf ein paar entscheidende Punkte.
Automatischer Datenflow
Du solltest möglichst wenig bis gar keine Daten manuell jonglieren müssen. Alles, was du verkaufst, sollte automatisch reinfließen.
Faire und transparente Preise
Ein klarer Preis macht alles entspannter. Keine Gebühren, die plötzlich auftauchen. Keine Extras, die im Kleingedruckten versteckt sind. Einfach wissen, womit du rechnen kannst.
Wechsel ohne Stress
Ein guter Anbieter nimmt dich beim Wechsel an die Hand. Vollmachten übernehmen, Behörden kontaktieren, Setups prüfen. Du gibst die Infos, der Anbieter macht den Rest.
Support, der wirklich hilft
Wenn etwas brennt, willst du jemanden, der deinen SetUp und deine Kanäle kennt. Kein Ticketsystem, das mit Standardantworten reagiert. Echter Support spart dir im Zweifel sehr viel Zeit und Nerven.
3. Welche Lösung passt zu deinem Setup?
Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Hier eine Orientierung:
Du bist Amazon FBA- oder Pan-EU-Händler
Dann brauchst du eine Lösung mit automatischem Transaktionsimport und direkter Amazon Anbindung. Achte besonders auf folgende Punkte:
- Automatischer Import für FBA, FBM, PAN EU und CEE
- Meldungen auf Basis echter Belege, nicht nur auf Basis von VAT Reports
- Erfahrung mit Multi Country Setups
- Schneller Wechsel der POA Vollmachten, damit du nicht in jedem Land hinterher telefonieren musst
Du nutzt JTL-Wawi oder JTL-Shop
Dann ist native JTL-Integration der entscheidende Faktor. Der Unterschied:
- Die Daten fließen direkt aus der Wawi, ganz ohne Expor
- Weniger Datenbrüche und weniger Fehlermeldungen
- Deutlich weniger Aufwand im Tagesgeschäft
countX ist Teil der JTL-Group und hat genau diese native Anbindung. Wenn du bisher JTL + Taxdoo genutzt hast, ist der Wechsel zu countX der direkteste Weg. Du bleibst im System, reduzierst Brüche und musst deine Prozesse nicht neu erfinden.
Du hast wenige Länder und überschaubare Transaktionen
Mit einer oder zwei Registrierungen und wenig Verkäufen kann eine schlankere Lösung völlig ausreichen. Self Service Plattformen mit niedrigeren Einstiegspreisen sind hier oft sinnvoll.
Aber: Wenn dein Setup wächst, kann der Wechsel zu einer vollständigen Lösung später nerviger sein als gleich richtig zu starten. Überleg dir, wo du in 12 Monaten stehen willst.
Du hast komplexe Strukturen (CEE, UK, OSS + lokale Meldungen)
Bei komplexen Setups brauchst du mehr als Software – du brauchst Leute, die mitdenken:
- Erfahrung mit Sonderfällen
- Feste Ansprechpartner für Rückfragen
- Proaktive Info bei Gesetzesänderungen
Hier lohnt sich ein ausführliches Erstgespräch. Wer nur ein Formular schickt, hat dein Setup nicht verstanden.
4. Wie läuft ein Wechsel ab?
Der Wechsel von Taxdoo ist weniger kompliziert, als viele denken. Hier am Beispiel countX:
Woche 1 ( Kontakt): Kurzes Erstgespräch, Setup klären, konkretes Angebot bekommen.
Woche 2 (Vollmachten): Du entscheidest dich und unterschreibst die Vollmachten (POA). Das läuft über ein standardisiertes Verfahren – du musst nicht selbst bei Behörden anrufen.
Woche 3–4 (Behörden): Die Finanzbehörden bearbeiten die Umstellung. Dauert je nach Land ein paar Tage bis drei Wochen.
Ab Woche 4 (Läuft): Deine Meldungen laufen automatisch weiter. Kein Gap, keine Unterbrechung.
Wichtig: Warte nicht bis März. Im Januar oder Februar starten heißt: genug Puffer vor der Taxdoo-Deadline.
5. Fazit
Die Taxdoo-Nachricht ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Du hast Optionen, du hast Zeit, und der Wechsel ist kein Hexenwerk.
Kurze Entscheidungshilfe:
- Du nutzt JTL? → countX ist die naheliegendste Wahl – native Integration, kein Schnittstellenstress.
- Du bist reiner Amazon-Händler mit einfachem Setup? → Eine Self-Service-Lösung kann reichen. Achte auf Skalierbarkeit.
- Du hast viele Länder oder komplexe Strukturen? → Du brauchst persönliche Betreuung, nicht nur Software.
- Du bist unsicher? → Hol dir 2–3 Angebote. Ein gutes Erstgespräch zeigt schnell, ob der Anbieter dein Setup versteht.
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